Loge "Zur gekrönten Unschuld", Nordhausen

Stempel: "L. z. g. U. Nordhausen"

2026 konnte ein Buch aus der Bibliothek der Johannis-Loge "Zur gekrönten Unschuld" in Nordhausen zurückgegeben werden.

Der Zugang des Buchs in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek (BStB) erfolgte nachweislich nach Kriegsende 1945 über die Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken, Bergungsauftrag 15 („Bibliothek des SS-Reichssicherheitshauptamtes“). Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) hatte in der Eisenacher Str. 11-13 in Berlin Schöneberg in einem enteigneten Logenhaus geraubte Bücher aus ganz Europa zusammengetragen. Ziel war der Aufbau einer "Gegnerbibliothek". Teile dieser Bücher wurden nach Kriegsende 1945 von der Bergungsstelle auf Bibliotheken in Berlin verteilt, insbesondere auch an die BStB.

Anhand des enthaltenen Stempels konnte eindeutig die Loge aus Nordhausen als vormalige Eigentümerin identifiziert werden. Sie war 1790 gegründet worden. Bis 1931 wuchs die Mitgliederzahl auf 260 an. 1935 wurde die Loge aufgelöst und ihr Eigentum beschlagnahmt.

Bereits ab 1933 war die Freimaurerei in Deutschland Repressionen durch das NS-Regime ausgesetzt. 1935 wurden noch verbliebene Logen, die sich unter dem steigenden Druck noch nicht selbst aufgelöst hatten, wurden durch einen Erlass von Reichsinnenminister Wilhelm Frick vom 17. August d.J. verboten und aufgelöst. Im gleichen Erlass wurde bestimmt, dass das Vermögen der Logen zu beschlagnahmen und einzuziehen sei, da es „zu volks- und staatsfeindlichen Bestrebungen bestimmt“ sei. Die Johannis-Loge "Zur gekrönten Unschuld" wurde 1991 wiedererrichtet.

Das restituierte Objekt auf lootedculturalassets.de: