Paula Heyman
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Paula Heyman wurde am 3. Juni 1890 als Tochter des Bankiers Hugo Heyman (1856-1920) und seiner Ehefrau Marie Johanna geb. Feist (1869-1943) in Berlin geboren. Ihre Geschwister waren die Zwillingsschwestern Frida und Käthe Heyman (geb. 1892).
Nach einem Studium der Philosophie in Berlin studierte Paula Heyman Medizin in Berlin und Freiburg im Breisgau. Sie spezialisierte sich auf die Kindermedizin. Ab 1928 war Paula Heyman Vertrauensärztin des Studentenwerks Berlin. Dabei untersuchte sie hilfsbedürftige Studentinnen, stellte Gutachten aus und beantragte Erholungskuren. Seit 1922 war Paula Heyman Schulärztin in Berlin-Mitte und wurde 1933 entlassen. Danach betrieb sie eine Kinderarztpraxis und war nebenbei für die Jüdische Gemeinde und die Jüdische Kinderhilfe unentgeltlich tätig. Paula Heyman war Mitglied in einigen Ärztevereinigungen und hatte im Bund deutscher Ärzte (BdÄ) verschiedene Ämter inne.
Paula Heyman war ledig und hatte keine Kinder. In Berlin lebte sie am Alexander Ufer 5 (1926/27), danach in der Humboldstraße 34 und zuletzt mit ihrer Mutter in der Blumenstraße 100. Dort befand sich seit 1933 Paula Heymans Praxis. Sie wurde im nationalsozialistischen Deutschland als jüdisch verfolgt. Am 17. Mai 1943 wurde Paula Heyman aus der Blumenstraße 100 abgeholt, mit dem 38. Transport als „Transportärztin“ über Kattowitz nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Das letzte Lebenszeichen aus dem Lager kam im Juli 1943 in Form eines Briefes.
Paula Heymans Schwester Käthe, später Kate genannt, war als Fürsorgerin tätig. Sie überlebte die Shoah und verstarb 1963 in London.
Paula Heymans Onkel, der Wertpapierhändler Bernhard Valentin Heyman (1894-1952), seine Ehefrau Wilhelmine Anna Heyman geb. Stern (1898-1985) und ihre Kinder Lieselotte Sophie Montigue geb. Heyman (1923-2012) und Hans Martin Heyman (1923-2008) emigrierten 1939 nach England und überlebten die Shoah. Lieselotte war als Sekretärin tätig und heiratete 1953 Hubert John Montague (ehemals Hans Hubert Joachim Meyer).Kate Heyman und Lieselotte Sophie Montigue füllten jeweils Gedenkblätter der Gedenkstätte Yad Vashem für Paula Heyman aus.
Die zu Paula Heyman ermittelten Provenienzmerkmale und Objekte sind hier in der Kooperativen Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets verzeichnet.
Sollten Sie Informationen haben, die bei der Rückgabe hilfreich sein könnten, bitten wir um Kontaktaufnahme.
Text & Recherche: Kristin Hoßfeld